Budapest
Budapest ist die überraschend zugängliche Hauptstadt Ungarns: günstig, reich an Kultur, mit warmen Thermalquellen und einer konzentrierten queeren Szene rund um die Kazinczy-Strasse im jüdischen Viertel — trotz einer national regierenden Politik, die seit Jahren gegen LGBTQ+-Rechte vorgeht.
Budapest ist eine Hauptstadt mit zwei Gesichtern für queere Reisende. Das nationale politische Klima unter der Orbán-Regierung ist seit Jahren offen feindlich gegenüber LGBTQ+-Rechten — das ist eine Realität, die man kennen sollte. Gleichzeitig ist Budapest selbst als Stadt überraschend offen, lebendig und für Schweizer Reisende auch bei hohen Wechselkursen sehr erschwinglich: die Unterkunft, die Restaurants, die Bars, die Thermeneintritte — alles liegt deutlich unter dem Schweizer Niveau.
Das Herz der queeren Szene schlägt im 7. Bezirk, dem jüdischen Viertel rund um die Kazinczy-Strasse und die Gozsdu-Galerie. Here ist Why Not Café & Bar die bekannteste und am längsten etablierte schwule Bar der Stadt — herzlich, gemischt, fast täglich geöffnet. Doppio Club ist der grösste schwule Club und belebt sich am Wochenende nach Mitternacht; Anker hat eine treue Stammkundschaft; und Szimpla Kert, die berühmteste Ruinenbar der Stadt in der Kazinczy-Strasse, ist technisch gesehen kein schwuler Ort, aber das bunteste und offenste Publikum, das man in einer Bar antreffen kann.
Ausserhalb der Szene ist Budapest reich an Erfahrungen: die Kettenbrücke und das Parlamentsgebäude bei Nacht, die Thermalbäder Széchenyi und Gellért (offen, bade-freundlich, mit ruhigeren Gay-Zeiten in Gellért), der Burgberg mit dem Schloss auf der Budaer Seite und die lebendige Gastronomie entlang des Grand Boulevards. Das Spartan Fest — eine der grössten queeren Pool-Partys Zentral- und Osteuropas — findet in der Regel im Sommer statt und zieht internationales Publikum an.
Der Budapest Pride feiert im Juni sein Jahresfest, das älteste Pride-Ereignis der ehemals sozialistischen Welt (seit 1997). Die Atmosphäre hat sich in den letzten Jahren aufgrund des politischen Drucks verändert; die Community kämpft weiter und ist sichtbar. Für Reisende aus der Schweiz empfiehlt sich Vorsicht bei öffentlichen Zuneigungsbekundungen ausserhalb der queeren Viertel — nicht wegen akuter Gefahr, sondern weil das alltägliche gesellschaftliche Klima verschieden ist. Innerhalb des Szeneviertels hingegen ist die Atmosphäre herzlich und entspannt.
Gay-Viertel
Was tun
- Why Not Café & Bar — herzlichste schwule Bar der Stadt.
- Szimpla Kert — legendäre Ruinenbar mit offenem, buntem Publikum.
- Thermalbäder Széchenyi und Gellért — entspanntes Baden, günstige Eintritte.
- Budapest Pride — ältester Pride Osteuropas (seit 1997), jedes Jahr im Juni.
- Spartan Fest — grosse queere Pool-Party, meist im Sommer.
Sehenswürdigkeiten
- Széchenyi-Thermalbad — Eines der grössten Thermalbäder Europas, im Városliget-Park, mit Aussenbassin und neo-barockem Gebäude.
- Parlamentsgebäude — Imposantes neo-gotisches Parlamentsgebäude direkt am Donauufer — bei Nacht besonders beeindruckend.
- Burgberg (Várhegy) mit Königspalast — Historischer Burgberg auf der Budaer Seite mit Blick auf die Pest-Seite, den Fluss und die Brücken.
- Beste Reisezeit
- Mai bis September. Juni für Budapest Pride; Juli/August für Spartan Fest und Bäder-Saison. Frühling und Herbst sind ruhiger und günstig.
- Pride
- Budapest Pride · Juni
- Anreise ab der Schweiz
- Direktflüge ab Zürich nach Budapest (BUD) mit EasyJet und Wizz Air, ca. 2 Stunden. Ab Genf ebenfalls Direktverbindungen. Mit dem Zug via Wien ca. 8–10 Stunden.
Aktualisiert: 2026-07-31


