Queer Switzerland
Malta· Mediterráneo

Malta ist klein, sonnig und rechtlich eines der sichtbarsten LGBTQIA+-Laender Europas: Valletta, St Julian’s, Pride im September und EuroPride-2023-Erbe.

Malta vereint einen erstaunlich großen queeren Ruf auf einem winzigen Archipel. Die Szene ist kompakt und sehr international und verteilt sich auf zwei Pole: das nächtliche Partyviertel Paceville in St Julian's und die stimmungsvolle alte Hauptstadt Valletta. In Paceville ist der Anker das Michelangelo, der einzige reine Gay-Club der Insel (häufig unter seiner Partymarke Klozet), verteilt auf zwei Etagen mit Tanzfläche und Lounge. Der eigentliche Motor des Nachtlebens ist jedoch Lollipop, Maltas wandernde Vorzeige-Queerparty mit campigem Bubblegum-Pop, Drag und House an wechselnden Orten — sie veranstaltet die großen Pride- und Sommer-Poolpartys (etwa die Disco-Tits-Editionen).

Valletta trägt den Tages- und Abendteil der Szene entlang der Strait Street, der einstigen Rotlichtgasse, die als Barmeile wiedergeboren wurde: Hier ziehen das Cafe Society und die Gin-und-Tapas-Adresse Yard 32 ein gemischtes, schwulenfreundliches Publikum an. Auf der anderen Hafenseite sind Sliema und Gzira die praktischen Quartiere: Uferpromenaden zu Fuß, Fähren nach Valletta und bequeme Busse zu den Stränden. Achtung: Maltas kleine Szene wechselt schnell — einzelne Bars öffnen und schließen —, also vor dem Ausgehen aktuelle Listings prüfen statt sich auf einen Namen zu verlassen.

Die Küste ist die andere Hälfte des Reizes. Offizielle Gay-Strände gibt es nicht, doch die Community trifft sich an ein paar felsigen, geduldeten Plätzen: Pembroke nördlich von St Julian's ist der altbekannte Gay- und FKK-Treffpunkt, während die abgelegene linke Bucht von Riviera (Għajn Tuffieħa) an der Nordwestküste ein entspanntes schwules und naturistisches Publikum anzieht. Der sandige Golden Bay daneben ist die unkomplizierte, schwulenfreundliche Variante. Praktischer Tipp zur Orientierung: Rund um den Kern St Julian's–Sliema–Valletta lässt sich Malta wirklich gut zu Fuß erkunden, und die öffentliche Fähre über den Marsamxett-Hafen ist die schnellste und schönste Verbindung zwischen Sliema und der Hauptstadt.

Karte

Warum es ein Gay-Reiseziel ist

Maltas queere Geschichte ist eine der bemerkenswertesten Kehrtwenden Europas: eine zutiefst katholische Insel, die zum rechtlichen Vorreiter des Kontinents wurde. Der erste Schritt kam früh, 1973, als die Labour-Regierung von Dom Mintoff gleichgeschlechtliche Handlungen entkriminalisierte und das aus britischer Zeit stammende Sodomie-Gesetz gegen den Widerstand der Kirche abschaffte. Der eigentliche Schub kam in den 2010ern: eingetragene Partnerschaften mit gemeinsamem Adoptionsrecht 2014, ein wegweisendes Gesetz zur Geschlechtsidentität 2015, ein Verbot der Konversionstherapie 2016 (das erste in der EU) und die volle Ehe-Öffnung 2017, nahezu einstimmig beschlossen. Diese Serie brachte Malta für fast ein Jahrzehnt an die Spitze der Rainbow Map von ILGA-Europe, und 2023 krönte das Land sein Profil als Gastgeber der EuroPride in Valletta. Der jährliche Malta Pride, organisiert von Allied Rainbow Communities, bleibt der Fixpunkt des Kalenders.

Gay-Viertel

Was tun

  • Malta Pride im September.
  • EuroPride-2023-Erbe.
  • Valletta, St Julian’s, Gozo und Bootstage.

Sehenswürdigkeiten

Strände

Wichtige Events

  • Malta Pride4–13 Sep 2026Die Pride-Woche der Insel, organisiert von Allied Rainbow Communities, mit Demonstrationszug und Feiern rund um Vallettas St George's Square.
  • LollipopYear-round 2026Maltas wandernde Vorzeige-Queerparty — campiger Pop, Drag und House —, die auch die offiziellen Pride-Partys und Sommer-Poolausgaben veranstaltet.
Beste Reisezeit
September fuer Pride; Mai-Oktober fuer Meer.
Pride
Malta Pride · September
Anreise ab der Schweiz
Fluege nach Malta International Airport.

Aktualisiert: 2026-06-23

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