SwissPrEPared
PrEP-Programm · Nationales Programm
- Angebot
- PrEP-Informationen · Medizinische Beratung · Nächstes Zentrum finden
SwissPrEPared ist das nationale PrEP-Programm der Schweiz. Es unterstützt die medizinische Betreuung von Menschen, die PrEP nutzen oder sich dafür interessieren, und führt ein Verzeichnis angeschlossener Zentren.[7][3]
Überblick
SwissPrEPared verbindet ein nationales Programm zur medizinischen Begleitung mit einer Studie. Das Programm richtet sich an Menschen mit Interesse an PrEP oder bestehender PrEP-Nutzung. Es stellt Fachpersonen Leitlinien und Fortbildungen bereit. PrEP bezeichnet die medikamentöse Vorbeugung einer HIV-Infektion; die Verschreibung erfolgt durch eine medizinische Fachperson.[3]
Teilnehmen können laut FAQ HIV-negative Personen, die älter als 16 Jahre sind und sich für PrEP interessieren. Eine tatsächliche Einnahme ist dafür keine Voraussetzung. Frauen und trans Personen können ebenfalls teilnehmen. Das Programm wird auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch angeboten. Diese Teilnahmebedingungen sind von den Voraussetzungen für eine Kostenübernahme zu unterscheiden.[3]
Leistungen und Begleitung
Die Guidance 4.0 vom August 2025 beschreibt die medizinische Erstabklärung: Beratung zu PrEP, HIV-Test der vierten Generation, Untersuchungen auf Syphilis und Hepatitis C sowie PCR-Abstriche auf Gonorrhö und Chlamydien. Hinzu kommen Blutwerte zur Nieren- und Leberfunktion. Die Beratung behandelt auch mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.[7]
Die Leitlinie berücksichtigt ausserdem Impfungen gegen Hepatitis A und B entsprechend dem Impf- beziehungsweise Immunitätsstatus sowie die Überprüfung des HPV-Impfstatus. Für berechtigte Personen ohne frühere Mpox-Erkrankung beschreibt sie ein Mpox-Impfangebot. Diese Angaben beziehen sich auf die medizinische Leitlinie; insbesondere bei Hepatitis A ist die Versicherungsdeckung auf bestimmte Personengruppen begrenzt.[7]
Kosten und Versicherung
Seit dem 1. Juli 2024 übernimmt die obligatorische Krankenversicherung HIV-PrEP unter bestimmten Bedingungen. Die FAQ nennt vier Voraussetzungen: eine Schweizer Krankenversicherung, Zugehörigkeit zu einer anspruchsberechtigten Gruppe, eine an SwissPrEPared angeschlossene behandelnde Fachperson und deren Berechtigung zur Abrechnung über die Versicherung. Der Anschluss allein genügt für die Abrechnung somit nicht.[4][3]
Die erste anspruchsberechtigte Gruppe umfasst cis und trans Männer sowie trans Frauen, die Sex mit Männern haben und mindestens ein weiteres Kriterium erfüllen: Analverkehr ohne Kondom oder die Absicht dazu, eine STI-Diagnose oder HIV-PEP innerhalb der letzten zwölf Monate oder Substanzkonsum beim Sex. Die zweite Gruppe umfasst Personen mit kondomlosem Sex mit Angehörigen dieser Männer beziehungsweise trans Frauen oder mit Sexarbeitenden aus Ländern mit hoher HIV-Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung. Die dritte Gruppe betrifft kondomlosen Sex mit HIV-positiven Partnerpersonen, deren Viruslast nicht unter der Nachweisgrenze liegt.[3]
Die FAQ beziffert Medikamente, medizinische Leistungen und Laboranalysen bei täglicher PrEP zusammen auf ungefähr CHF 2'000 bis 2'500 jährlich; für diese Schätzung nennt sie kein Gültigkeitsdatum. Versicherte tragen weiterhin Prämien, die gewählte Franchise von CHF 300 bis 2'500 und danach einen Selbstbehalt von zehn Prozent bis höchstens CHF 700 jährlich. Versicherungsdeckung bedeutet daher keine vollständige Kostenfreiheit.[3]
Wer keiner anspruchsberechtigten Gruppe angehört, muss die Kosten selbst tragen. Selbstzahlung ist grundsätzlich möglich, wird aber nicht von allen Ärztinnen und Ärzten angeboten. Einige Zentren unterstützen Menschen mit niedrigem Einkommen bei medizinischen Konsultationen; Auskunft dazu erteilt das jeweilige Zentrum.[3]
Kontaktaufnahme und Ablauf
Der Einstieg erfolgt über ein angeschlossenes Zentrum, mit dem eine erste Konsultation vereinbart wird. Vor Beginn einer PrEP stehen eine medizinische Beratung und Untersuchungen. Im Programm wird vor jedem Besuch ein Fragebogen ausgefüllt, damit wichtige Themen im Beratungsgespräch berücksichtigt werden. Bei Hausarzt-, Telemedizin- oder ähnlichen Versicherungsmodellen ist für den Wechsel zu einem Zentrum eine Dauerüberweisung erforderlich.[3]
Die Guidance 4.0 beschreibt eine Sicherheitskontrolle vier Wochen nach dem PrEP-Beginn. Danach sind bei täglicher Anwendung grundsätzlich dreimonatliche Kontrollen vorgesehen, bei nicht kontinuierlicher Anwendung Abstände von drei bis sechs Monaten. Die FAQ verweist für die konkrete Häufigkeit bei nicht täglicher Nutzung auf die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.[7][3]
Praktische Angaben
Die Anlaufstellen sind im Verzeichnis «Nearest Centres» nach Kantonen aufgeführt. Die vorliegende Liste trägt den Stand 26. Oktober 2026 und nennt beispielsweise Checkpoint Bern, Checkpoint Genève, Checkpoint Zürich und Checkpoint Vaud der Fondation PROFA in Lausanne. Der Zugang zur Konsultation läuft über das ausgewählte Zentrum und die dortige Terminvereinbarung.[2][3]
Für allgemeine Fragen oder Rückmeldungen bietet die Website ein Kontaktformular mit Feldern für Name, E-Mail-Adresse und Nachricht. Für den ersten medizinischen Termin verweist die FAQ dagegen auf die angeschlossenen Zentren und deren Kontaktdaten im Verzeichnis.[6][3]
Häufige Fragen
Ist die Teilnahme am Programm oder an der Studie für die Versicherungsdeckung Pflicht?
Nein. Die Kostenübernahme setzt keine eigene Teilnahme am Programm oder an der Studie voraus. Die behandelnde Einrichtung muss jedoch SwissPrEPared angeschlossen sein. Für die Nutzung der Fragebogendaten in der Studie ist eine informierte Einwilligung erforderlich; die Studiendaten werden anonym gespeichert.[4][3]
Bleibt die PrEP-Nutzung gegenüber der Versicherung anonym?
Die FAQ unterscheidet Studiendaten und Abrechnung: Persönliche SwissPrEPared-Daten werden nicht weitergegeben. Zur Prüfung des Anspruchs kann die Versicherung jedoch medizinische Angaben anfordern, die nur an ihren vertrauensärztlichen Dienst gehen dürfen. Die Versicherung selbst erfährt, dass PrEP bezogen wird. Anonyme Studienspeicherung bedeutet somit keine anonyme Versicherungsabrechnung.[3]
Sind ein Zentrumswechsel oder eine Terminverschiebung möglich?
Ein Wechsel ist während der Studie möglich; dafür ist das bisherige Zentrum zuständig. Für eine Terminverschiebung wird ebenfalls das Zentrum kontaktiert. Über den per SMS verschickten Link lässt sich der Fragebogen verschieben oder die Programmteilnahme beenden.[3]
Quellen und Stand
- www.swissprepared.ch/en/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/nearest-centres/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/faq/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/faq-for-professionals/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/swissprepared-in-the-media/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/contact/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/medical-guidance-en/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/prep-shortage-resolved/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/prep-shortage-in-switzerland/Geprüft:
- www.swissprepared.ch/en/the-swissprepared-guidance-4-0-now-available-in-french/Geprüft:
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Nur zur Orientierung, kein medizinischer Rat. Wende dich für Diagnose und Behandlung immer an Fachpersonen und prüfe die offizielle Quelle.
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