
Gay Ski Weeks 2026/27: Arosa und die queeren Winterwochen in den Alpen
Daten, Pässe, Preise und Anreise per Zug: Unser Winter-Guide riet noch, die Termine direkt bei den Organisatoren zu prüfen. Jetzt stehen sie fest. Arosa im Januar, Lenzerheide, Val Thorens, Sölden und Tignes im März, mit allem, was die offiziellen Seiten heute verraten.
Der Kalender: fünf Wochen zwischen Januar und März
Für die Saison 2026/27 stehen die Daten von fünf queeren Skiwochen in den Alpen fest, zwei davon in Graubünden. Den Anfang macht die Arosa Gay Ski Week vom 16. bis 23. Januar 2027, die grösste Woche dieser Art in der Schweiz. Im März folgt zuerst die kleine GaySki Lenzerheide vom 7. bis 14. März 2027. Danach wird es dicht: Die European Gay Ski Week in Val Thorens und die Winter Pride Sölden im Tiroler Ötztal laufen beide vom 13. bis 20. März 2027, direkt danach folgt die European Snow Pride in Tignes vom 20. bis 27. März 2027.
Diese Reihenfolge ist praktisch, wenn du von der Schweiz aus planst. Arosa erreichst du ab Zürich in rund zweieinhalb Stunden mit dem Zug, ohne Flug und ohne Auto. Lenzerheide liegt im selben Skigebiet, auf der anderen Seite der Urdenbahn. Die beiden französischen Wochen liegen in Savoyen und sind für Genf und die Romandie fast vor der Haustür. Sölden ist von der Ostschweiz aus eine überschaubare Reise nach Tirol. Wer zwei Wochen kombinieren will, verbindet Arosa im Januar mit einer der Märzwochen. Val Thorens und Sölden schliessen sich dagegen gegenseitig aus, weil sie auf dieselben Tage fallen.
Wichtig vorweg: Ein vollständiges Wochenprogramm für 2027 hat bisher nur die Winter Pride Sölden online gestellt, mit dem Hinweis, dass sich noch etwas ändern kann. Was wir unten zu Partys und Abendprogramm von Arosa und Tignes schreiben, stammt deshalb aus der Ausgabe 2026 und ist auch so gekennzeichnet. Daten, Pässe und Preise stammen von den offiziellen Seiten, Stand 7. Oktober 2026.
Arosa Gay Ski Week: eine Woche Graubünden im Hochwinter
Die Arosa Gay Ski Week gibt es seit 2005. Organisiert wird sie vom Verein Arosa Gay Ski Week mit Sitz in Arosa, einem nicht gewinnorientierten Verein. Laut Veranstalter kommen über 900 Gäste aus mehr als 30 Ländern; auch Graubünden Ferien nennt mehr als 900 Teilnehmende. Arosa ist also keine kleine Insiderwoche, sondern ein Treffpunkt der europäischen Szene, mitten in einem Bergdorf.
Gefahren wird im Skigebiet Arosa Lenzerheide, das über die Urdenbahn beide Orte verbindet. Der Veranstalter spricht von 225 Pistenkilometern, 50 Kilometern Freeride-Gelände und Snowparks. Tagsüber gibt es geführte Gruppen für Ski- und Snowboardfahrende, eingeteilt nach Können, die laut Veranstalter nur für Geübte sind, die rote und schwarze Pisten sicher fahren; Anfängerinnen und Anfänger vermittelt er an die Partner-Skischule. Dazu kommen tägliche Treffpunkte zum Mittagessen am Berg. Das ist der eigentliche Kern der Woche: Du musst niemanden kennen, um mit anderen auf die Piste zu kommen.
Abends wechselt das Programm zwischen Party, Kultur und gemeinsamem Essen. 2026 reichte es von der Welcome-Party «Break the Ice» über die «Disco Avalanche», eine Poolparty, einen Schlagerabend in der Hütte und ein klassisches Konzert mit Harfe, Klavier und Countertenor bis zum Drag Race und zur Abschlussparty «White SnowBall». Dazu kamen Fondue mit Nachtschlitteln, ein Abend auf dem Eis und die Friendship Dinners, bei denen sich kleine Gruppen in Restaurants im Dorf mischen. Das Line-up für 2027 kündigt der Veranstalter für den Herbst 2026 an. Ob die einzelnen Formate zurückkehren, ist also noch offen.
Auch wer nicht Ski fährt, ist in Arosa richtig. Der Veranstalter verweist auf Fussgängerpässe für die Bahnen, Schlitteln, Winterwandern, Schneeschuhtouren, Spa-Angebote und das komplette Abendprogramm. Wenn du mit Freunden reist, die lieber auf der Sonnenterrasse sitzen als auf dem Sessellift, geht das hier problemlos zusammen.
Pässe und Pakete: was Arosa 2027 kostet
Der Zugang zum Programm läuft über einen Eventpass. Im offiziellen Shop gibt es ihn derzeit in drei Stufen: Gold für die ganze Woche vom 16. bis 22. Januar für 250 Franken statt regulär 290 Franken, Silver vom 18. bis 22. Januar für 150 statt 180 Franken und Bronze für das erste Wochenende vom 16. bis 18. Januar für 100 statt 120 Franken. Der Eventpass öffnet die gemeinsamen Anlässe und Partys und bringt laut Veranstalter Rabatte bei Partnern.
Wer auch fahren will, nimmt die Kombination mit Skipass. Gold mit Sechstages-Skipass kostet aktuell 550 Franken (regulär 600), Silver mit vier Skitagen 370 Franken (statt 400) und Bronze mit zwei Skitagen 230 Franken (statt 250). Für die Keycard der Bahnen kommen 10 Franken dazu. Liftpässe allein verkauft das Skigebiet Arosa Lenzerheide in seinem Online-Shop; der Veranstalter weist darauf hin, dass sich frühes Buchen auch dort lohnt.
Am bequemsten sind die Pakete mit Unterkunft. Angeboten werden sieben Nächte (16. bis 23. Januar), fünf Nächte (18. bis 23. Januar) und drei Nächte (15. bis 18. Januar), jeweils mit Frühstück, Skipass, Eventpass und Willkommenstasche. Der Preis hängt von Hotel und Gruppengrösse ab, wählbar sind eine bis sechs Personen. Der Veranstalter wirbt mit bis zu 30 Prozent Ersparnis; konkrete Paketpreise zeigt die Website erst im Buchungsschritt.
Zwei Punkte im Kleingedruckten solltest du kennen. Erstens sind laut Veranstalter alle Tickets und Pässe definitiv und nicht rückerstattbar. Zweitens ist im Skipass keine Versicherung enthalten; eine Zusatzdeckung von Europ Assistance kostet 6 Franken pro Tag. Die Reservation für die Friendship Dinners öffnet am 1. Januar online, vor Ort geht es ab dem Anreisesamstag am Welcome Desk bei Arosa Tourismus.
Mit dem Zug nach Arosa: ab Zürich und ab Genf
Für Arosa brauchst du kein Auto. Im aktuellen SBB-Fahrplan fährt ab Zürich HB jede Stunde ein Intercity nach Chur. Dort steigst du in den roten Zug der Rhätischen Bahn, der laut Graubünden Ferien stündlich fährt und in rund einer Stunde bis Arosa braucht. Insgesamt dauert die Reise ab Zürich etwa 2 Stunden 30 Minuten mit einem Umstieg. Ab Genf rechnest du mit rund 5 Stunden 30 Minuten und zwei Umstiegen, in Zürich und in Chur. Aus allen anderen Landesteilen führt der Weg ebenfalls über Chur.
Die Strecke der Rhätischen Bahn führt von Chur durch das Schanfigg hinauf nach Arosa, unter anderem über den Langwieser Viadukt. Nimm dir einen Fensterplatz: Die Fahrt ist der erste Teil der Ferien.
Vor Ort geht es ebenfalls ohne Auto. Arosa hat einen kostenlosen Ortsbus. Laut Arosa Lenzerheide gelten im Winter ausserdem viele Skitickets, etwa Tages- und Mehrtageskarten mit dem Aufdruck «inkl. ÖV», auch für Rhätische Bahn und Postauto zwischen Arosa, Chur, Lenzerheide und Tiefencastel; Early-Bird-Tickets sind davon ausgenommen. Einige Hotels holen Gäste am Bahnhof ab. Wer trotzdem mit dem Auto fährt: Der Veranstalter nennt für die rund 45 Minuten Bergstrasse ab Chur Winterreifen als Pflicht und Schneeketten als Empfehlung; den aktuellen Strassenzustand findest du auf strassen.gr.ch.
Zum Sparen bieten die SBB Sparbillette an, und laut Arosa Lenzerheide gibt es saisonal Snow'n'Rail-Angebote, die Bahn und Skipass bündeln. Ob für den Januar 2027 ein passendes Angebot buchbar ist, siehst du auf sbb.ch. Weil der Fahrplan im Dezember wechselt, prüfe deine Verbindung kurz vor der Abreise noch einmal.
GaySki Lenzerheide: klein und familiär, im März
Auf der anderen Seite des Skigebiets Arosa Lenzerheide findet vom 7. bis 14. März 2027 die GaySki Lenzerheide statt, auf ihrer Website auch Gay Ski Week Lenzerheide genannt. Laut Veranstaltern wurde sie 1992 auf Anregung schwuler Sportvereine aus der Schweiz und dem Ausland gegründet und findet seit der ersten Ausgabe im Hotel Schweizerhof Lenzerheide statt. Organisiert wird sie von einer Gruppe Freiwilliger, nicht von einem Reiseveranstalter, und sie versteht sich bewusst als persönliche Alternative zu grossen, kommerziellen Events.
Zum Programm gehörten bisher geführte Skigruppen, gemeinsame Mittagessen in Hütten, Après-Ski, ein Käsefondue-Abend, eine Weindegustation, eine Poolparty und ein Abschiedsabend mit Trachten-Dresscode; das Programm 2027 ist laut Website noch in Arbeit. Im Doppelzimmer kostet die Nacht ab 220 Franken pro Person, mit Frühstücksbuffet und Abendessen, in der Regel einem Viergangmenü. Das Wochenpaket mit sieben Nächten und Sechstages-Skipass gibt es ab 1801 Franken pro Person; dazu kommen 3.30 Franken Kurtaxe pro Nacht.
Ab Zürich bist du mit dem Intercity bis Chur und dem Postauto in rund zwei Stunden in Lenzerheide. Wer Arosa im Januar zu gross findet, bekommt hier dasselbe Skigebiet in einem ganz anderen Format.
Tignes: die European Snow Pride Ende März
Die European Snow Pride findet vom 20. bis 27. März 2027 in Tignes in Savoyen statt. Gefahren wird im Gebiet Tignes–Val d'Isère, für das der Veranstalter mehr als 300 Pistenkilometer, 90 Anlagen und eine Höhe bis 3450 Meter auf dem Gletscher der Grande Motte angibt. Ende März ist das ein echtes Argument: Die Höhe gibt dem Schnee Reserven, wenn in tieferen Lagen schon Frühling ist.
Kern des Angebots ist der Eventpass. Der Standardpass kostete laut Website bis zum 30. September 200 Euro, wenn du die Unterkunft über den Veranstalter buchst, sonst 230 Euro. Seit dem 1. Oktober kommen an jedem Monatsersten 10 Euro dazu, im Oktober also 210 beziehungsweise 240 Euro; vor Ort kostet er, solange verfügbar, 290 Euro. Er umfasst einen Willkommenscocktail mit zwei Getränken, freien Eintritt zu den Partys der Woche, Vortritt beim Après-Ski und 10 Prozent Rabatt auf das Mittagessen in Bergrestaurants. Für 95 Euro mehr gibt es den Premiumpass mit Zugang zur grossen Poolparty, geführten Ski- und Snowboardgruppen von Sonntag bis Donnerstag und der VIP-Lounge an der Pride-Party; pro Premiumpass gehen ausserdem 10 Euro an die französische Organisation AIDES, und der Veranstalter legt denselben Betrag drauf. Lift- und Eventpass zusammen gab es bis zum 30. September ab 525 Euro; auch dieser Preis steigt seither jeden Monat um 10 Euro. Unterkünfte über den Veranstalter beginnen bei 216 Euro pro Person in Apartments; das teuerste Hotel ist ab 1949 Euro pro Person zu haben.
Das Programm 2027 will der Veranstalter im Oktober veröffentlichen. 2026 gehörten unter anderem eine Black-and-White-Party, Poolpartys, Karaoke, ein Pride-Ball, die Abschlussparty «Casino Royale» und am Donnerstag ein Pride-Marsch durch Tignes dazu.
Zur Anreise: Nächster Bahnhof ist Bourg-Saint-Maurice. Von dort und vom Flughafen Genf fahren laut Veranstalter öffentliche Shuttles etwa einmal pro Stunde nach Tignes. Mit dem Zug ab Genf brauchst du nach heutigem Fahrplan rund vier Stunden bis Bourg-Saint-Maurice, mit Umstieg in Chambéry. Wer mit dem Auto fährt, sollte laut Veranstalter nicht dem Navi über Passstrassen folgen, die im Winter gesperrt sind.
Val Thorens und Sölden: dieselbe Märzwoche, zwei Stile
Vom 13. bis 20. März 2027 musst du dich entscheiden. In Val Thorens, mitten in den Trois Vallées, findet die 19. European Gay Ski Week statt. Der Veranstalter EGSW Events erwartet über 2000 Gäste aus fast 50 Ländern und wirbt mit 600 Pistenkilometern im grössten zusammenhängenden Skigebiet der Welt. Dazu gehören eine eigene Skischule, geführte Gruppen, Abendpartys mit internationalen DJs, Cabaret und thematische Abendessen von Fondue bis Raclette. Buchbar ist die Woche seit dem 1. Juli 2026; laut Website gelten Frühbucherrabatte.
Aus der Schweiz ist Genf der Startpunkt. Am 13. März 2027 fahren laut Veranstalter acht Transfers ab dem Flughafen Genf zwischen 12 und 18 Uhr; die Fahrt dauert knapp drei Stunden und kostet 62.50 Euro pro Person und Weg. Mit dem Zug geht es nach heutigem Fahrplan in rund dreieinhalb Stunden über Chambéry nach Moûtiers, dann mit dem Bus in etwa 45 Minuten hinauf ins Resort.
Die Winter Pride Sölden im Ötztal bezeichnet sich selbst als höchste Pride-Skiwoche Europas. Präsentiert wird sie vom Reisebüro Rainbow Travel. Den Eventpass gibt es für drei, vier oder sieben Tage; er gewährt Zutritt zu allen gemeinsamen Veranstaltungen, Check-in und Welcome Desk sind in der Freizeit Arena. Anders als die übrigen Veranstalter hat Sölden das Wochenprogramm 2027 schon online, mit Vorbehalt: Es beginnt am 13. März mit der Opening Night, dazu kommen Ski-Guiding in drei Gruppen, eine Karaoke-Party gegen die Drag Queens und ein Brewery Clubbing. 2027 feiert die Woche ihren fünften Geburtstag. Wer den Skipass früh bucht, spart laut Veranstalter bis zu 22 Prozent. Pakete für sieben Nächte mit Eventpass beginnen auf der offiziellen Seite bei 549 Euro in einem Apartmenthaus in Habichen, 25 Minuten vor Sölden; in Sölden selbst ab 874 Euro im Apartment und ab 832 Euro im B&B. Prüf beim Buchen, ob der Preis pro Person oder pro Einheit gilt.
Nach Sölden fährst du mit der Bahn bis Ötztal Bahnhof am Taleingang. Von dort fahren die Busse laut Sölden Tourismus im Halbstundentakt ins Dorf. Ab Zürich führt die Bahn Richtung Innsbruck; die genaue Verbindung findest du bei SBB oder ÖBB. Wer lieber fliegt: Der Flughafen Innsbruck liegt laut Tourismusbüro rund 50 Kilometer vom Taleingang entfernt.
Richtig buchen: was du jetzt schon tun kannst
Früh buchen lohnt sich bei den vier grossen Wochen. In Arosa liegen die Pässe derzeit unter dem regulären Preis, in Tignes steigen sie Monat für Monat, in Sölden gibt es Rabatt auf früh gebuchte Skipässe und in Val Thorens Frühbucherrabatte. Gleichzeitig sind Tickets häufig nicht rückerstattbar, in Arosa ausdrücklich. Kläre also, bevor du zahlst, ob deine Reiseversicherung Annullierung und Skiunfälle abdeckt.
Überleg dir zuerst, wie viel Programm du willst. Eine ganze Woche mit Gold- oder Siebentagespass lohnt sich, wenn du jeden Abend unterwegs bist. Für ein langes Wochenende reicht in Arosa der Bronze-Pass für den Auftakt vom 16. bis 18. Januar, mit oder ohne zwei Skitage, und das passende Paket mit drei Nächten.
Plane die Anreise vor dem Hotel. Arosa funktioniert komplett ohne Auto. Für Tignes und Val Thorens sind die Shuttles ab Genf die bequemste Lösung, gerade wenn du aus der Romandie kommst. Für Sölden lohnt sich ein Blick auf die Bahnverbindungen Richtung Innsbruck, bevor du dich für ein Hotel am Dorfende entscheidest.
Denk an die Abende. Die Friendship Dinners in Arosa werden ab dem 1. Januar reserviert, die Abendessen mit Show und die Hüttenabende haben eigene Tickets. Wer mit einer Gruppe reist, sollte sich früh auf einen gemeinsamen Pass einigen, damit alle dieselben Partys besuchen können.
Und deine Gesundheit: Wenn du PrEP nimmst oder rund um die Reise einen Test machen willst, kläre das vorher mit deinem Checkpoint oder über SwissPrEPared. In Graubünden ist das Kantonsspital in Chur eine Anlaufstelle.
Die Programme für Arosa und Tignes sollen im Herbst erscheinen. Wir aktualisieren diesen Guide, sobald sie online sind. Alle Daten und Preise: Stand 7. Oktober 2026.
Quellen & Hintergründe
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