
Razzia im Berliner Queer-Zentrum Casa Kuà: Streit um Hormone, Selbsthilfe und Polizeieinsatz
Am Abend des 18. Oktober durchsuchte die Berliner Polizei das Zentrum Casa Kuà in Kreuzberg. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmasslichen Handels mit Medikamenten, das Zentrum spricht von einem Angriff auf die trans Community.
Was passiert ist Am Sonntagabend, 18. Oktober 2026, hat die Berliner Polizei laut gay.ch das queere Zentrum Casa Kuà an der Naunynstrasse in Kreuzberg durchsucht, während das wöchentliche Treffen «The Dolls» für transfeminine Personen stattfand. Nach Angaben des Zentrums wurden Personalien aufgenommen, einige Anwesende festgehalten, und Gegenstände mitgenommen, darunter Bargeld und Hormonpräparate.
Was die Behörden sagen Gemäss einer dpa-Meldung ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf illegalen Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Die Polizei habe verschreibungspflichtige Arzneimittel und Betäubungsmittel, Datenträger und eine vierstellige Bargeldsumme sichergestellt. Nach Angaben der Betreiber setzt sich das Projekt für einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für trans, intergeschlechtliche, nicht-binäre und queere Menschen ein.
Reaktionen Rund 100 bis 140 Menschen versammelten sich laut den Berichten spontan vor dem Haus zur Kundgebung «Hormone für alle»; die Polizei meldete Rangeleien, aber keine Verletzten. Casa Kuà nennt den Einsatz einen Angriff auf die trans Community. Der Queer-Beauftragte der Linken im Bundestag, Maik Brückner, kritisierte laut gay.ch den Einsatz und die Versorgungslage: Krankenkassen lehnten Hormontherapien zunehmend ab, viele Praxen nähmen keine neuen Patientinnen und Patienten auf.
Warum es auch in der Schweiz interessiert Der Fall zeigt, wie knapp der Zugang zu geschlechtsangleichender Versorgung vielerorts ist und wie schnell Selbsthilfe an rechtliche Grenzen stösst. Wer in der Schweiz Hormontherapie sucht, findet Ärztinnen, Ärzte und Beratung über Transgender Network Switzerland und die Checkpoints; selbst organisierte Medikamentenabgabe ist auch hier rechtlich heikel und medizinisch nicht ohne Begleitung zu empfehlen. Die Ermittlungen laufen; über Anklagen ist nichts bekannt. Der Beitrag fasst die Berichterstattung von gay.ch und dpa zusammen.
Quellen & Hintergründe
- gay.ch / dpa ↗gay.ch / dpa · Abgerufen 24. Oktober 2026
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