
Ungarn streicht den Kern seines queerfeindlichen «Kinderschutzgesetzes» – der Pride-Bann bleibt offen
Das ungarische Parlament hat am 13. Oktober die Änderung des Gesetzes von 2021 beschlossen: Das Verbot, Menschen unter 18 sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu zeigen, fällt. Die Verfassung und das Versammlungsgesetz, mit denen Prides verhindert wurden, bleiben laut Menschenrechtsgruppen unberührt.
Was beschlossen wurde Gemäss Euronews (13. Oktober 2026) und gay.ch hat das ungarische Parlament am 13. Oktober eine Änderung des «Kinderschutzgesetzes» von 2021 verabschiedet. Das Verbot, Minderjährigen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt darzustellen oder zu bewerben, wird gestrichen. Stattdessen soll das Gesetz unter 18-Jährige vor Inhalten schützen, die ihre Entwicklung ernsthaft beeinträchtigen können. Die Regierungspartei Tisza von Ministerpräsident Péter Magyar verfügt über eine Zweidrittelmehrheit; Fidesz stimmte dagegen. Die Zahl der Ja- und Nein-Stimmen wird in den Quellen nicht einheitlich angegeben.
Warum jetzt Magyar begründet den Schritt mit der Angleichung an EU-Recht, nachdem der Europäische Gerichtshof im April entschieden hatte, dass das Gesetz von 2021 gegen Werte der Union verstösst. Die Europäische Kommission begrüsste die Abstimmung.
Was nicht geändert ist Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch weisen darauf hin, dass die Änderung weder die diskriminierende Formulierung in der Verfassung noch das Versammlungsgesetz berührt, mit denen Pride-Veranstaltungen verboten wurden. Auch die fehlende rechtliche Anerkennung des Geschlechts von trans Personen und das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare bestehen laut Aktivistinnen und Aktivisten weiter. Wann die Änderung in Kraft tritt und ob noch weitere Schritte folgen, geht aus den gesichteten Berichten nicht hervor.
Einordnung für die Schweiz Für queere Reisende und Menschen mit Bezug zu Ungarn ist die Lage damit besser, aber nicht geklärt: Ob Budapest Pride künftig bewilligt wird, ist offen. Der Beitrag fasst die Berichterstattung von Euronews und gay.ch zusammen.
Quellen & Hintergründe
- Euronews / gay.ch ↗Euronews / gay.ch · Abgerufen 26. Oktober 2026
Zuletzt geprüft:


