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Zürich legt das Konversionsverbot auf Eis: Wer entschieden hat, was es bedeutet und was du jetzt tun kannst

Die Geschäftsleitung des Kantonsrats hat das fertig ausgearbeitete Verbot am 29. Oktober sistiert. Fakten, Reaktionen, nationaler Stand, Petition und Anlaufstellen.

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Was entschieden wurde Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, hat die Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrats das Gesetz gegen Konversionsmassnahmen sistiert. Das ist eine Aussetzung, keine endgültige Ablehnung und kein Beschluss des gesamten Parlaments. So beschreiben es die Nachrichtenagentur SDA, die Watson und nau.ch übernommen haben, sowie Tsüri; nur gay.ch spricht ungenau davon, «der Kantonsrat» habe entschieden. Die Mitglieder der Geschäftsleitung waren sich uneinig, ob Zürich ein eigenes Verbot braucht oder auf ein nationales warten soll; die bürgerlichen Vertreterinnen und Vertreter setzten die Sistierung durch. Sie dauert höchstens ein Jahr, kann aber verlängert werden. Tsüri berichtet unter Berufung auf die NZZ von einer «hauchdünnen Mehrheit»; eine Stimmenzahl nennt keine andere Quelle.

Was das Gesetz vorsah Laut SDA sah der Entwurf des Regierungsrats vor, dass eine Busse erhält, wer eine solche Therapie durchführt oder bewirbt. Der Regierungsrat war für ein kantonales Verbot. Tsüri schreibt, der parlamentarische Auftrag stamme von SP, Grünen, AL, GLP und Mitte und es sei fünf Jahre daran gearbeitet worden. Die Vorlage war «kurz vor dem Abschluss». Ohne die Sistierung wäre sie vor den Zürcher Kantonswahlen im April 2027 ins Parlament gekommen, betonen die Grünen und sprechen von einem «wahltaktischen Manöver».

Wer was sagt Florian Heer (Grüne), Urheber des Vorstosses, wirft den konservativen Parteien vor, einer Debatte «hinter verschlossener Tür» auszuweichen. Er nennt EVP, Mitte, FDP und SVP, ebenso gay.ch; die SDA spricht nur von der bürgerlichen Seite. Die SP nennt den Entscheid «unverständlich und inakzeptabel». AL-Kantonsrat David Garcia Nuñez sagt, wer die Schädlichkeit dieser Praktiken kenne und den Schutz trotzdem aufschiebe, nehme weiteres Leid billigend in Kauf. Dominik Steinacher von HAZ – Queer Zürich sagt: «Besonders enttäuscht sind wir von der Mitte», die die Vorlage von Beginn an unterstützt habe. Tsüri schreibt dagegen, die Mitte habe bis 2023 ein Verbot befürwortet – an diesem Punkt widersprechen sich die Quellen. Laut Watson war EVP-Kantonsrat Renato Pfeffer-Becker selbst in seinem früheren freikirchlichen Umfeld von Konversionsmassnahmen betroffen.

Der nationale Rahmen In Wallis, Neuenburg und Waadt gilt laut SDA ein Verbot; Aargau und Luzern warten wie nun Zürich auf eine nationale Lösung. Der Bundesrat zeigte sich in einem Bericht Anfang September offen für ein Verbot, schreibt Tsüri; nun liege der Ball beim Ständerat, und der Nationalrat habe sich 2024 gegen ein Verbot ausgesprochen. Die Grünen rechnen damit, dass eine Bundeslösung, wenn überhaupt, fünf bis zehn Jahre dauert. Unser früherer Artikel zur Kehrtwende der GLP endete mit der offenen Frage, wie der Kanton weiter verfährt; das ist die vorläufige Antwort.

Wie verbreitet sind Konversionsmassnahmen? Die Zahlen werden unterschiedlich eingeordnet. Tsüri nennt eine Studie der Universität Bern: Jede zehnte homosexuelle und jede sechste trans Person in der Schweiz sei bereits solchen «Therapien» ausgesetzt gewesen. gay.ch spricht von fast zehn und 16 Prozent und hält fest, dass alle grossen medizinischen und Gesundheitsverbände die Praktiken ablehnen. Die SDA schreibt dagegen, wie oft sie vorkommen, sei nicht bekannt, und nennt zwei Einzelfälle: einen homöopathischen Arzt in der Romandie 2018 und einen Psychiater in Schwyz 2020.

Was du tun kannst LOS, HAZ – Queer Zürich, TGNS und Pink Cross haben eine Petition für ein sofortiges Verbot gestartet (act.campax.org/petitions/konversionsmassnahmen-jetzt-verbieten); ein Unterschriftenziel ist nicht veröffentlicht. Wenn du oder jemand in deinem Umfeld betroffen ist: Die LGBT+ Helpline ist kostenlos unter 0800 133 133 erreichbar (lgbt-helpline.ch). Hassdelikte lassen sich auf stophate.ch melden. Am 4. November kündigte Pink Cross an, dass die LGBTIQ Helpline neu über wemakeit mit einem monatlichen Beitrag unterstützt werden kann; sie beschreibt die Helpline als Peer-Beratung und Meldestelle für LGBTIQ-feindliche Gewalt. Weitere Anlaufstellen findest du in den Bereichen Gesundheit und Community dieser Website.

Quellen & Hintergründe

  1. «Therapien» für Homosexuelle werden in Zürich vorerst doch nicht verboten – Linke empört ↗Watson (SDA) · Abgerufen 5. November 2026
  2. «Therapien» für Homosexuelle bleiben im Kanton Zürich erlaubt ↗nau.ch (Keystone-SDA) · Abgerufen 5. November 2026
  3. Verbot landet in Schublade: Konversionstherapien bleiben in Zürich vorerst erlaubt ↗Tsüri.ch · Abgerufen 5. November 2026
  4. Konversionsverbot: Konservative wollen Debatte verhindern ↗Grüne Kanton Zürich · Abgerufen 5. November 2026
  5. Unterschreibe die Petition für ein Verbot von Konversionsmassnahmen in Zürich ↗gay.ch · Abgerufen 5. November 2026
  6. Die LGBTIQ Helpline ist jetzt auf wemakeit! ↗Pink Cross · Abgerufen 5. November 2026

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