Mannschaft Magazin stellt nach 16 Jahren ein — das Ende eines queeren Schweizer Mediums

Das Mannschaft Magazin hört auf. Mit dem letzten Heft im Juni 2026 endet nach 16 Jahren und rund 125 Ausgaben ein Kapitel der queeren Schweizer Mediengeschichte. Das Redaktionsteam hat die Einstellung selbst kommuniziert und als Grund die zunehmend schwierigen Bedingungen für unabhängigen queeren Journalismus genannt: begrenzte Werbeeinnahmen, rückläufige Abonnements, immer grösserer strategischer und personeller Aufwand, um das Medium auf journalistischem Niveau zu halten.
Mannschaft war für Schweizer Verhältnisse aussergewöhnlich: Es startete in Bern, baute eine Deutschland-Redaktion auf und wurde zum einzigen monatlichen Printmagazin für schwule Männer im deutschsprachigen Raum, das auf drei Länder zählte. Über 125 Ausgaben hinweg machte es queeres Leben sichtbar, begleitete politische Debatten — Ehe für alle, Adoptionsrechte, Diskriminierungsschutz — und gab Künstlerinnen, Fotografen und Autorinnen eine Plattform.
Der queere Medienmarkt in der Schweiz ist klein. Anzeigen und Abonnements tragen eine professionelle Redaktion kaum allein, und die Konkurrenz mit digitalen Kanälen, sozialen Medien und internationalen Plattformen hat in den letzten Jahren zugenommen. Dass Mannschaft es 16 Jahre lang schaffte, ist selbst eine Leistung.
Bis Ende Juni publiziert die Redaktion weiter auf mannschaft.com und verschickt drei weitere Newsletter-Ausgaben. Danach bleibt die Website als Archiv. Für die Community bedeutet die Schliessung den Verlust eines der wenigen professionell kuratierten queeren Räume im Schweizer Medienbetrieb — in einer Zeit, in der queere Sichtbarkeit politisch wieder stärker unter Druck steht.











































