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Schweiz verabschiedet ersten Nationalen Aktionsplan gegen LGBTIQ+-Hasskriminalität

von Queer Switzerland editorialVeröffentlicht 24. Juni 20263 Min. Lesezeit

Die Schweiz hat im Januar 2026 erstmals einen Nationalen Aktionsplan gegen LGBTIQ+-feindliche Hasskriminalität verabschiedet. Der Bundesrat genehmigte das Paket am 28. Januar 2026 auf Empfehlung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG). Es umfasst zwölf Massnahmen und läuft über vier Jahre bis 2030.

Zu den Massnahmen gehören Sensibilisierungskampagnen, verbesserte Schulung der Strafverfolgungsbehörden, Unterstützung von Beratungsstellen und die Stärkung der statistischen Erfassung von Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen. Der Plan reagiert auf eine beständige Beobachtung: Hassverbrechen gegen queere Menschen werden selten angezeigt und noch seltener strafrechtlich verfolgt.

Diese Einschätzung bestätigt der achte Jahresbericht der LGBTIQ-Helpline, der im Mai 2026 veröffentlicht wurde. Die Helpline verzeichnete 281 gemeldete Vorfälle – mehr als in den Vorjahren. Über 80 Prozent der Betroffenen berichteten von Diskriminierungserfahrungen. Gleichzeitig gaben nur rund 10 Prozent an, Anzeige bei der Polizei erstattet zu haben. Die Helpline betont, dass die Dunkelziffer erheblich höher sei und die offiziellen Statistiken nur die Spitze des Eisbergs abbildeten.

Der Nationale Aktionsplan markiert einen Wendepunkt: Es ist das erste Mal, dass die Schweiz feindliche Handlungen gegen LGBTIQ+-Personen systematisch und auf Bundesebene angeht. Bisher waren die Kantone weitgehend auf sich allein gestellt; der Plan schafft erstmals eine koordinierte Rahmenstrategie. Für Betroffene, die Hassverbrechen melden möchten, bleibt die LGBTIQ-Helpline unter stophate.ch die erste Anlaufstelle – Vorfälle können dort vertraulich dokumentiert werden, auch ohne Strafanzeige. Für medizinische Unterstützung und sexuelle Gesundheit stehen schweizweit die Checkpoint-Zentren und das SwissPrEPared-Programm zur Verfügung.

Quelle: Federal Council / EBG — Federal Office for Gender Equality

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