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Sieben Befunde: Wie geht es LGBTIQ+-Menschen in der Schweiz wirklich?

di Queer Switzerland editorialPubblicato 25 giugno 20264 min di lettura

Im März 2026 veröffentlichten die Forscherinnen Tabea Hässler und Léïla Eisner von der Universität Zürich die Ergebnisse der sechsten grossen Befragungswelle des Swiss LGBTIQ+ Panels. 6.117 Personen nahmen teil — 5.422 identifizierten sich als LGBTIQ+, 695 als heterosexuell. Die Resultate zeichnen ein differenziertes Bild, das die Vielfalt innerhalb der queeren Community deutlich macht.

**Diskriminierung trifft Geschlechterminderheiten besonders hart.** Über 93 Prozent der trans und nichtbinären Teilnehmenden berichteten, Ziel unangemessener Witze gewesen zu sein — weit mehr als bei anderen sexuellen Minderheiten. Körperliche Gewalt nahm zu, und erstmals gaben viele an, eine mögliche Rückentwicklung bei Rechten und sozialer Akzeptanz zu befürchten.

**Das Wohlbefinden ist gespalten.** Schwule, lesbische und bisexuelle Menschen erreichen Werte, die nah an denen der cis-heterosexuellen Vergleichsgruppe liegen. Trans und nichtbinäre Personen hingegen verzeichnen die niedrigsten Werte bei Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden.

**Psychische Gesundheit: eine Krise bei Jugendlichen.** Mehr als die Hälfte der trans und nichtbinären Befragten berichten von schlechter psychischer Gesundheit; bei Jugendlichen steigt dieser Anteil auf 56 Prozent. Fast 50 Prozent der trans Jugendlichen gaben selbstverletzendes Verhalten an, verglichen mit 19,6 Prozent bei cis-heterosexuellen Gleichaltrigen.

**Coming-out: Freunde zuerst, Schule am wenigsten.** Die grösste Offenheit zeigt sich gegenüber Freund:innen, gefolgt von der Familie. Schule und Ausbildungsplatz bleiben die Bereiche, in denen queere Jugendliche am seltensten über ihre Identität sprechen.

**Soziale Akzeptanz: eine tiefe Kluft.** Rund 40 Prozent der sexuellen Minderheiten nehmen die gesellschaftliche Wahrnehmung als positiv wahr. Bei trans und nichtbinären Menschen sind es nur 7,8 Prozent — 76,5 Prozent empfinden die Wahrnehmung als negativ.

**Der politische Kontext.** Die Studie verknüpft diese Zahlen explizit mit dem internationalen politischen Klima, insbesondere mit Kampagnen gegen queere Menschen in den USA und deren Strahlwirkung auf Europa. Für queere Organisationen und Beratungsstellen in der Schweiz sind die Daten eine wichtige Grundlage: Sie zeigen, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird.

Fonte: SWI swissinfo.ch

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